Informationen zu unseren Tieren
Die Tiere sind das Herzstück des Wildgeheges Hufeisen. In freier Natur lassen sich Wildtiere nur selten aus nächster Nähe beobachten – hier jedoch können Besucher Rotwild, Sikawild, Schwarzwild und die in Deutschland sehr seltenen Mufflons mit ihren beeindruckend geschwungenen Hörnern besonders gut erleben. Zu sehen sind mächtige Rothirsche, junge Kälber und erfahrene Alttiere.
Mit dem Tierfutter aus den bereitstehenden Futterautomaten können Sie die Wildtiere sicher anlocken und aus nächster Nähe beobachten. Bitte beachten Sie: Das Füttern aus der Hand ist nicht erlaubt, da Verletzungsgefahr besteht. Mehr dazu in in unseren Verhaltensregeln.
Rotwild
Den Namen hat das Rotwild seinem Fell zu verdanken, das im Sommer kräftig rotbraun und im Winter graubraun gefärbt ist. Das majestätische Geweih der Hirsche nimmt bis zum zwölften Lebensjahr an Stärke und Endenzahl zu; danach wird es zurückgesetzt, d.h. die Anzahl der Enden nimmt wieder ab. Während der Brunft werden u.U. damit heftige Kämpfe auf dem sogenannten Brunftplatz ausgetragen. Denn die älteren Hirsche geben zu dieser Zeit ihr Einzelgänger Dasein auf und gesellen sich zum weiblichen Wild (Kahlwild). Durch lautes Röhren erheben sie Anspruch auf ihr Rudel.
Nach der Paarungszeit (September bis Oktober) werfen die Hirsche das alte Geweih ab und das neue wächst bis Ende August wieder nach. In dieser Wachstumsphase werden sie auch Kolbenhirsche genannt (siehe Bild). Etwa acht Monate nach der Paarung kommen die Jungen (Kälber) auf die Welt. Sie werden in den ersten Wochen gesäugt und bleiben bis zur Geburt des nächsten Kalbes bei der Mutter. In den ersten Lebensmonaten weist das Fell der Kälber eine auffällige und lebhafte Fleckung (Kälberflecken) auf.
Beobachten lassen sich die Hirsche mit ihren Rudeln am besten in der Dämmerung, wenn sie auf Nahrungssuche sind. Denn dabei bewegen sie sich immer auf gleichen Pfaden, die in der Jägersprache Wechsel genannt werden. Ausgewachsene Tiere brauchen 10 bis 12 kg Grünäsung pro Tag: Blätter, Kräuter, Triebe von Nadelbäumen sowie Beeren, Früchte und Baumrinden.
| Name: | Hirsch (männl.), Tier (weibl.), Kalb (Junges) |
| Gewicht: | bis zu 300 kg |
| Lebensraum: | große Wälder mit Lichtungen, Gebirgswälder, Heide- und Moorgebiete |
| Verbreitung: | große Teile Europas und Asiens, eingeführt in Südamerika und Neuseeland |
Sikawild
Sikahirsche stammen ursprünglich aus Ostasien und werden deshalb auch Japanhirsche genannt. Sikawild ist in etwa so groß wie das Damwild und kann aufgrund der ähnlichen Fellzeichnung relativ leicht mit ihm verwechselt werden. Unterscheiden lassen sich die beiden Arten am besten am Geweih: Dieses bildet im Gegensatz zum Damhirsch keine Schaufelform aus. Die weißen Flecken auf dem Fell verschwinden im Winter in der dunklen Grundfarbe. In der Sommerfärbung ist ein ausgeprägter Aalstrich erkennbar (siehe Bild).
Die ausgewachsenen Sika-Männchen sind die meiste Zeit Einzelgänger, erst im Frühherbst beginnen sie einen Harem von etwa zwölf Weibchen um sich zu scharen. Kommt ein anderes Männchen in das Revier, werden sie mit teils heftigen Kämpfen vertrieben. In der Brunftzeit stoßen die Hirsche meist während der Dämmerung ihre lauten, schrillen Brunftschreie aus. Sieht man zwei bis zehn Tiere zusammen, sind es meist Weibchen mit Jungtieren, die sich zu einem Rudel zusammengeschlossen haben.
In unseren Breitengraden ist das Sikawild in Tschechien heimisch. In unserer Region ist das Sikawild aufgrund der Kreuzungsmöglichkeit mit dem Rotwild in freier Wildbahn nicht erwünscht. Bei der Nahrungswahl ist es etwas eigenwilliger als die Rothirsche. Es werden hauptsächlich Kräuter, Blätter und Gräser verzehrt.
| Name: | Hirsch (männl.), Tier (weibl.), Kalb (Junges) |
| Gewicht: | bis zu 110 kg |
| Lebensraum: | strukturreiche Mischwälder |
| Verbreitung: | durch Einbürgerung auf der ganzen Welt verbreitet |
Damwild
Der Damhirsch ist ein mittelgroßer Hirsch mit einem lebhaft gefleckten Sommerfell. Die Damtiere haben meist ganz unterschiedliche Farben von ganz schwarz bis weiß. Damwild ist dämmerungs- und tagaktiv und orientiert sich hauptsächlich mit dem Gesichtssinn, der neben dem Geruchssinn sehr gut ausgeprägt ist.
Ursprünglich aus Asien stammend, hat das Damwild im 16. Jahrhundert über Dänemark seinen Weg zu uns gefunden. Der alte Name „Dähnewild“ wurde im Laufe der Zeit zu Damwild.
Damwild ist sehr gesellig und lebt in unterschiedlich großen Rudeln. Außerhalb der Brunft stehen die Hirsche in „Herrengesellschaften“ zusammen. Das Kahlwild (Kälber, Schmaltiere, Alttiere) bildet Rudel, die sich erst zur Setzzeit im Frühjahr auflösen. Mitte Oktober beginnt die Zeit der Brunftkämpfe. Die Hirsche tragen untereinander Kämpfe aus, die mehr einen zeremoniellen Charakter haben. Anders als beim Rotwild ist der Brunftschrei weniger melodisch, er ähnelt eher einem lang anhaltenden Rülpsen.
Das Geweih der Hirsche wird auch wie bei anderen Hirscharten jedes Jahr gewechselt. Durch die große Fläche zwischen den Sprossen erscheint der Eindruck einer Schaufel. Auf dem Speiseplan stehen vorwiegend weiche Futtersorten und Früchte.
| Name: | Damhirsch (männl.), Damtier (weibl.), Kalb (Junges) |
| Gewicht: | 90-125 kg |
| Lebensraum: | mischwaldreiche, parkähnliche Landschaften |
| Verbreitung: | ursprünglich vorderer Orient, von den Römern in Europa eingebürgert |
Schwarzwild
Von den Wildschweinen, auch Schwarzwild genannt, stammen unsere Hausschweine ab. Bache und Jungtiere leben gerne in geselligen Gruppen, die als Rotten bezeichnet werden. Die Sauen können sehr gut riechen, jedoch aber schlecht sehen.
Mit dem kräftigen Rüssel, dem „Gebrech“, durchwühlen sie den Boden um nach Nahrung zu suchen. Die großen, kräftigen Eckzähne werden von den Keilern auch als Waffen eingesetzt. Im Dezember und Januar herrscht im Wald die Paarungszeit oder „Rauschzeit“. Im Frühjahr kommen nach einer Tragezeit von 16 bis 18 Wochen drei bis zwölf Frischlinge zur Welt. Schutz und Wärme finden sie in ihrer ersten Lebenswoche im „Kessel“, einem von der Bache mit Farn und Gras gut ausgepolsterten Nest.
Der Lebensraum und die Nahrung gestalten sich bei Wildschweinen äußerst vielfältig. Sie leben in Laub- und Mischwäldern und erobern, wie in Berlin, auch andernorts die Stadtränder. Am schönsten finden sie es, sich in Schlammlöchern suhlen zu können. Bei Allesfressern, wie bei den Schwarzkitteln, ist der Speiseplan abwechslungsreich. Er reicht von Wurzeln über Getreide und Mais bis hin zu Mäusen und Aas. Selbst frischer Klee im Frühjahr zählt dazu.
| Name: | Keiler (männl.), Bache (weibl.), Firschling (Junges) |
| Gewicht: | bis zu 300 kg |
| Lebensraum: | keine besonderen Ansprüche, meidet offenes Gelände und Hochlagen der Gebirge |
| Verbreitung: | weltweit in unterschiedlichen Biotopen |
Mufflon
Mufflons stammen ursprünglich aus Sardinien und Korsika und sind die Vorfahren unserer Hausschafe. Die auch als Wildschafe bezeichneten Mufflons haben ein glattes Fell das im Sommer rötlich braun gefärbt ist.
Die mächtigen Hörner sind ein besonderes Kennzeichen der Männchen. Sie sind spiralförmig nach hinten gebogen und entwickeln sich im Laufe der Jahre zu einem kompletten Kreis, der dann als Schnecken bezeichnet wird. Im Gegensatz zu den Hirschen werden die Hörner der Widder nicht abgeworfen. Die weiblichen Tiere sind hornlos.
Während der Paarungszeit (Oktober bis November) gesellen sich die Widder zu den Rudeln der Weibchen und kämpfen dort mit anderen Männchen um deren Gunst. Dabei nehmen sie kräftig Anlauf und knallen mit den Hörnern gegeneinander. Die Lämmer werden ein halbes Jahr lang gesäugt, auch wenn sie bereits selbstständig fressen können. Die weiblichen Lämmer bleiben im Rudel der Mutter, während die männlichen Lämmer im Alter von zwei Jahren das Rudel verlassen.
Mufflons können hervorragend sehen und klettern. Außerdem haben sie eine sehr gute Nase. Der große helle Sattelfleck der Widder wird auch „Schabracke“ genannt. Auf dem Speiseplan der genügsamen Wiederkäuer stehen vorwiegend Gräser.
| Name: | Widder (männl.), Schaf (weibl.), Lamm (Junges) |
| Gewicht: | 25-55 kg |
| Lebensraum: | Landschaften und Wälder |
| Verbreitung: | Sardinien, Korsika, Zypern, Einbürgerung in vielen Ländern Europas |